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Studenten loben Jugendarbeit

Superintendent Ralph Charbonnier hat eine Gruppe von Theologiestudenten aus dem Kirchenkreis zum Gedankenaustausch empfangen. Die Runde war zu seiner Freude so groß wie noch nie.


   Sorge um die bisher als überzeugend empfundene Jugendarbeit der Kirche, Kritik am verschulten Studium, Unterstützung des Kirchenkreises beim sich Durchschlagen an der Universität – all das waren wichtige Themen beim Treffen des Superintendenten mit angehenden Theologen. Bei den neuen Studenten stellte CharLena Ahlswede aus Bilm war, als das Bild aufgenommen wurde, noch bei der Probe zum Radiogottesdienst in ihrer Heimatkirche in Ilten.bonnier eine „starke diakonische Ausrichtung“ fest: Die Frage, wo Notlagen sind, sei oft der Ausgangspunkt. Außerdem habe er großes Interesse an der Arbeit mit Jugendlichen und mit Senioren festgestellt, sagte Charbonnier nach der Gesprächsrunde. Es ist mittlerweile zwar eine Tradition, dass der Kirchenkreis Studierende, die aus dem Kirchenkreis stammen, Weihnachten zum Gedankenaustausch in die Superintendentur am Spittaplatz einlädt, aber so viele Studenten wie in diesem Jahr waren bisher noch nicht erschienen.

   „Im Vergleich zu anderen Kirchenkreisen ist die Studentenzahl mit neun bei uns relativ hoch, das spricht für eine gute Jugendarbeit“, sagt Charbonnier. „Die Zahl der Studenten nimmt zu, aber auf zu niedrigem Niveau.“ Die angehenden Theologen, die sich mit Charbonnier trafen und die in Göttingen, Berlin, Münster und Jena studieren, haben gute Berufsaussichten: Die anstehende Pensionierungswelle in den Pfarrämtern lässt trotz nicht besser werdender Kirchenfinanzen viele Stellen frei werden.

   Im Gespräch mit Charbonnier stellte sich heraus: Bei der Hälfte der Studenten war es nicht zuletzt die Jugendarbeit der Kirche mit Angeboten von Kindergottesdienst bis zu Freizeiten, die eine große Rolle bei der Studienwahl spielten, weil sie auf die Arbeit der Kirche aufmerksam machten. „Es gibt ein Miteinander ohne Gruppenzwang“, beschrieb etwa Ira Weidner aus Höver den Reiz der Jugendarbeit für Jugendliche. „Und man muss auch keine Wollsocken tragen, um sich zum Glauben zu bekennen.“ Steffen Lahmann aus Ehlershausen ergänzte: „Die Aktionen für Jugendliche fordern den ganzen Menschen.“ Außerdem werde niemand ausgegrenzt, „wir haben keine Bankspieler“.

   Doch es gab in der Runde auch die Sorge, dass sich die Kirche mit Stellenkürzungen bei der hauptamtlichen Jugendbetreuung all dieser Chancen und Errungenschaften beraubt. Es sei wichtig, finanzielle Realitäten mit effektiver Arbeit zu vereinen, ohne dass Ehrenamtliche die Arbeit der Hauptamtlichen übernähmen, nannte Charbonnier eine der wichtigsten zukünftigen Herausforderungen der Kirche. Er bot an, Hilfe des Kirchenkreises in Studienfragen in Anspruch zu nehmen. „Meine Kritik am Studium ist, dass Gesellschafts- und Lebensfragen nur begrenzt aufgenommen werden“, sagte der Superintendent.

   aus:
 Hannoversche Allgemeine Zeitung
 Anzeiger für Burgdorf und Uetze
 vom 27. Dezember 2008
 Text: Eike Brunhöber

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