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Echt stark
440 Jugendliche beim hiesigen größten Konfirmandentreffen
Am vergangenen Sonnabend fand der fünfte Konfirmandentag des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Burgdorf statt. Dieses Mal unter dem Motto „Echt stark!“. Unter Federführung des Evangelischen Kreisjugenddienstes und der aktiven Mithilfe von 100 ehrenamtlichen Mitarbeitenden aus den Kirchengemeinden trafen sich 440 Konfirmandinnen und Konfirmanden auf dem Gelände rund um das Antikriegshaus und die St. Martins-Kirche in Sievershausen.
„,Echt stark!' – ein kostbarer Schatz, den jede und jeder für sich aber eben auch alle gemeinsam entdecken können. Mach dich auf den Weg. Nicht allein – sondern mit ganz vielen anderen Jugendlichen.
Nur wenn wir uns gegenseitig austauschen und kennen lernen, können wir Grenzen überwinden.
Mit ,Echt stark!' können wir neue und andere Wege gehen. Wir können lernen, mit Konflikten gewaltfrei umzugehen. Deshalb und weil unser Glaube durch Jesus Christus uns das ge- und anbietet haben wir ,Echt stark' zum Thema unseres Konfirmandentages 2010 gemacht“, sagen die Veranstalter des Treffens.
Gleich zu Beginn gab es ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, dass das Motto des Tages auf kreative Art und Weise umsetzte und die Konfirmandinnen und Konfirmanden in ihren Bann zog.
So rappte „SPAX“, Hannovers Urgestein des Hip-Hops, beeindruckend spontan formulierte Textzeilen zu dem Motto. Es folgte das Improvisationstheater „Die 5. Dimension“, das die zu dem Tag ausgewählte biblische Geschichte von Zachäus, dem ungeliebten Zöllner, der nach der Begegnung mit Jesus
ein ganz anderer Mensch wurde, gleich zweimal spontan darstellte: als unterhaltsamen Schnelldurchlauf und - auf Wunsch der Konfirmanden - als Horrorszene, die für viel Gelächter sorgte.
Ein nachdenklicher Impuls, der die 440 Teilnehmenden beeindruckend still werden ließ, folgte schließlich als Johannes Kneifel im Interview mit Kreisjugenddiakon Michael Benkowitz aus seiner Lebensgeschichte berichtete. Der 27jährige Kneifel hatte sich im jugendlichen Alter der rechten Szene zugewandt und war in Straftaten und Schlägereien verwickelt. Eine dieser gewalttätigen Auseinandersetzungen
endete für einen 44jährigen tödlich. Johannes Kneifel wurde zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt.
Durch Hilfe und Unterstützung von Christen hat er einen Lebenswandel vollziehen können. Heute studiert er Theologie in Berlin und möchte Pastor werden. Kneifel: „Mein größter Wunsch ist, dass meine Geschichte anderen Menschen Hoffnung gibt und sie merken, dass man neu anfangen kann, egal in welcher schweren Lebenssituation man auch ist.“
Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung teilten sich die Konfirmanden in 27 Kleingruppen auf und tauschten sich in Bibelarbeiten über die Zachäusgeschichte aus. Nach einem gemeinsamen Picknick fanden sie sich in 25 unterschiedlichen Workshopangeboten neu zusammen. Anti-Mobbing-Übungen, Deeskalationstrainings, Zauberei, Jonglage, Musik machen, Zeichnen, Basteln, Spielen – die Angebote waren allesamt nicht nur vielfältig, sondern – „Echt stark!“
So zeigte sich dann auch Superintendent Ralph Charbonnier beeindruckt und sehr zufrieden: „Es ist gut, wenn sich Konfirmandinnen und Konfirmanden damit auseinandersetzen, was sie in ihrem Leben stark macht.“